Quo Vadis Window 10 – oder R.I.P. S2-4600

Wie ja bekannt ist eines meiner Hobbyprojekte der VCR.NET Recording Service unter Windows. Die Tatsache der intensiven Eigennutzung führt nun dazu, dass ich immer noch auf Windows 10 1803 bin. Warum das? Nun ich habe hier mehrere DVB-S2 Geräte (Technotrend S2-4600) via USB im Einsatz und alle Windows Versionen ab 1809 führen zu einem BSOD, wenn dieses Gerät im Einsatz ist. Leider bin ich da wohl nicht der Einzige und bis heute gibt es dafür keine akzeptable Lösung.

Neue USB Karten kommen erst mal nicht in Frage – wer weiß, welche überhaupt noch gehen und wann es diese auch trifft. Da ich schon seit längerem auf Ubuntu (Linux) als primäre Entwicklungsumgebung umgeschwenkt bin habe ich mir mal angeschaut, wie es da aussieht. Tatsächlich läuft die Karte dort unter gleichen Bedingungen, ich würde sogar sagen etwas besser als unter Windows.

Nun kam mir die Idee, eine an ein Ubuntu angeschlossene Karte in VCR.NET zu nutzen. Es gäbe hier viel zu erzählen ich fasse mich aber mal so kurz wie möglich und erläutere nur den aktuellen Stand.

Die erste Idee war die Anbindung war die Ansteuerung über SAT/IP – etwas was in VCR.NET / DVB.NET schon lange aussteht. Allerdings wäre die Implementierung in DVB.NET doch etwas aufwändiger und der Ubuntu Proxy den ich mir angeschaut habe (tvheadend) hat mich nicht gerade begeistert – der könnte lokale DVB Karten via SAT/IP im Netz anbieten. Ich habe mich daher für eine Minimallösung mit Lerneffekt entschieden – sprich proprietär aber mit etwas API Spielereien.

Für Ubuntu gibt es dazu ein kleines Tool (GIT) auf Basis der DVBv3 API – die alte Version der Linux DVB API passt sehr schön zu meinem DVB Einstiegsprojekt vor vielen Jahren: der TechnoTrend API für die Premium Line (Hauppauge Nexus). Das Tool stellt einen TCP Kanal zur Verfügung, über den man Remote eine Karte reservieren und steuern kann. Die angeforderten Nutzdaten (Streams) werden dann über diesen Kanal an den Aufrufer ermittelt. Zurzeit weil es einfacher war über ein proprietäres Protokoll, was ich aber aufgrund von potentiellen Datenübertragungsfehlern auf TS umstellen sollte – im Moment tut es als PoC aber erst mal.

Auf der anderen (DVB.NET / Windows) Seite gibt es dann einen neuen Provider, der bis auf die Art der Kommunikation quasi dem der Nexus entspricht – und der ist nicht einmal besonders umfangreich (GIT).

Ich gehe mit der Version jetzt erst mal in den privaten Test. Tatsächlich gibt es durchaus noch diverse Probleme esp. mit der Stabilität nach Sendersuchlauf und Programmzeitschrift, aber dazu ist ja so eine Testphase da. Immerhin funktionierte ein sauberes Aufzeichnen aller (12 glaube ich) Sender eines Transponders (VOX) parallel – etwa 32 MBit/s im Netzwerk, was aber bei 1 GBit/s Problem ist. Die CPU Last auf Ubuntu war mit unter 5% überschaubar – allerdings auf meinem kräftigeren Entwicklungssystem mit einem i7-8700, i.e. ca. 60% eines Kerns ausgelastet. Wenn das alles klappt sollen alle aktuellen Karten im Haus (5 an 4 Windows Rechnern – nur einer ist der meine) an einen einzigen Linux Rechner angeschlossen werden.

Immerhin: mal wieder C/C++ unter Linux gemacht (wirklich hässlich, ist ja auch schon weit über 20 Jahre her gewesen) und noch mal C# aufgefrischt (ja, da muss ich mich wirklich wieder einarbeiten) und dabei auch richtig über die Performance Visual Studio Pro geärgert – VSCode ist schon cool…

Soweit dazu, schauen wir mal

Jochen

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