So was tut man doch nicht …

… ja, ich weiss. Nach einer Prüfung in Compilerbau und dem theoretischen Hintergrund von Sprachkonzepten wie LALR / LR / …, nach Arbeiten mit bison / flex / yacc / … und Schnuppern in dem Gold Parser darf man eigentlich keinen Parser mit rekursivem Abstieg von Hand programmieren. Hab‘ ich aber trotzdem mal getan – den Hintergrund dieser Entscheidung überspringe ich erst einmal, auf Wunsch kann ich das ja nachholen.

Konkret geht es um die SQL-2003 Syntax und dabei um die Suchsprache oder noch konkreter das SELECT Statement. Ich habe mich dabei hieran gehalten und hoffe einmal, dass die Beschreibung ausreichend nahe an der Wahrheit ist – verglichen mit dem, was ich vom SQL Server und Oracle weiss, sieht es zumindest mal nicht schlecht aus. In einer ersten Stufe ist ein rein syntaktischer Parser entstanden, den ich gerade in den Abschlusstest nehme. Es gibt eine Reihe von Problemen verschiedenster Art, aber zumindest scheint es im Großen und Ganzen zu laufen.

Nun, falls jemanden dies an sich (oder die Parser Bibliothek darunter) interessieren sollte: ich habe die aktuelle Version mal mit einem kleinen Installationsprogramm versehen und zum Download bereitgestellt – ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Wochen durch meine eigenen Tests zu Updates kommt und ich werde versuchen, dies in der Versionsnummer zu berücksichtigen. Wenn die Syntax ausreichend korrekt erkannt wird, werde ich mal nach der Semantik schauen (e.g. a || b geht nur, wenn a und b Zeichenketten oder Listen sind, nicht aber für Zahlen). Vor allem die Anbindung an ein Schema wird interessant.

Für das reine Schnuppern (Auslachen? Hm…) habe ich auch die Quellen Online bereitgestellt – identisch, wie sie auch lokal installiert würden.

Für die Erstellung der Bibliotheken wurde Visual Studio / C# 2010 verwendet, allerdings gebunden an das .NET Framework 3.5 SP1 – und nicht 4.0.

Viel Spaß

Jochen

Und immer wieder params [] …

Da ich Troll nun schon wieder einmal darauf hereingefallen bin, einfach mal als kleiner Tipp für andere, die auch so vergesslich sind wie ich.

Ich verwende in C# eine Methode der Art void Test(params sometype[] args). So in C++ Analogie (sehr weit hergeholt, da das … / varargs doch nur mit Hilfe weiterer Parameter funktioniert) sollte man erst einmal erwarten, dass args niemals null ist – höchstens mal leer. Das stimmt leider nicht: C# erlaubt es auch ein sometype[] Feld direkt zu übergeben – das params wird dann mehr oder weniger ignoriert. So ein Feld kann natürlich null sein – mit der Konsequenz, dass auch args null ist!

Also Vorsicht: statt args.Length zu prüfen lieber (args == null) ? 0 : args.Length verwenden.

Viel Spaß mit all den anderen Fallstricken

Jochen

DVB.NET 3.9 Service Pack 2 Beta

Leider ist es mir noch immer nicht gelungen, die Zeit für eine nächste Version 4.0 zusammen zu kratzen. Da es aber inzwischen einige kleinere Erweiterungen (primär für Entwickler) und zumindest einen echten Fix gibt, bin ich dabei, ein zweites Service Pack für die aktuellen Version zusammen zu stellen. Das ist aber noch in der Testphase.

Bei der Umstellung auf Visual Studio 2010 hatte ich dabei ein interessantes (ärgerliches?) Problem, dass ich bisher noch nicht verstanden (nachrecherchiert) habe: bei der Konvertierung der Setup (MSI) Projekte wurden für viele Komponenten neue Kennungen (ComponentId) vergeben. Diese sind bisher auch nach Neuübersetzen mit vorherigem Löschen der MSI immer gleich geblieben. Das hatte ich ausgenutzt, damit die Installationspakete sich gegenseitig erkennen und als Installationsvoraussetzung nutzen können. Durch die Änderung musste ich alle Pakete in den SP2 mit aufnehmen, auch VCR.NET und den Viewer, die sich gar nicht verändert haben.

Trotz Allem viel Spaß beim Testen

Jochen

ADO.NET – Einfach nur Rechnen…

Ich wollte in einem .NET Programm einen vom Anwender als Zeichenkette eingegebene einfachen mathematischen Ausdruck ausrechnen, etwa so was wie (13 * 29 + 123) / (12 *9 ) – 316 / (11 / 7). Ich denke mal, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, das relativ einfach zu tun, aber dieser Mißbrauch von ADO.NET hat mich in der Einfachheit doch positiv überrascht:

var table = new DataTable();
...
var result = table.Compute( userInput, null );

Happy Coding

Jochen

WPF Evaluation: Ressourcen

Ich stelle mir XAML Ressourcen als eine Art statische Felder vor, die beim Starten der Anwendung automatisch initialisiert werden. Natürlich ist dieses Bild etwas vereinfacht, da es Konzepte wie die hierarchische Sichtbarkeit nicht wirklich wiedergeben kann, aber für einen Einstieg in die Thematik sollte es reichen.

Eine der wohl üblichsten Verwendungsarten von in XAML definierten Ressourcen sind sicherlich Abbildungsvorschriften von Daten auf Oberflächenelementen (e.g. <DataTemplate x:Key=“ShortDescription“>) und Styles (e.g. <Style x:Key=“DescriptionHeader“>), ich fand es im Bereich der Oberflächengestaltung auch recht praktisch, beliebige Strukturen vordefinieren zu können (e.g. <StackPanel x:Key=“LongDescription“>).

Genauso nützlich ist es, globale Instanzen einmalig definieren zu können (e.g. <app:ProgramGuide x:Key=“TheGuide“ />), wobei diese sich oft (wenn die Reihenfolge der Definition es erlaubt) auch gegenseitige referenzieren können (e.g. <app:Filter x:Key=“GuideFilter“ /> und <app:ProgramGuideView x:Key=“GuideView“ GuideFilter=“{StaticResource GuideFilter}“ Source=“{Binding Source={StaticResource TheGuide}, Path=Events, IsAsync=true, Mode=OneTime}“ />).

In der Beispielanwendung werden Ressourcen auch für Zeichenketten wie Formate (e.g <system:String x:Key=“DateTimeFormat“>dd.MM.yyyy HH:mm</system:String>) verwendet, wobei allerdings meiner persönlichen Ansicht nach hier die Grauzone zum Aspekt der Lokalisierung auf die gute alte WinForms Art (.resx) berührt wird. Auch wenn WPF anderen Ideen zur allgemeinen Lokalisierung mit sich bringt, könnte es für diese Fälle (Zeichenketten, die lokalisierbar sein sollten, aber nicht direkt in der Oberfläche erscheinen) eleganter sein, auf RESX und die StaticResource Markup Erweiterung zu setzen.

Als letztes finde ich im Rahmen der Beispielanwendung erwähnenswert, dass auch Felder als XAML Ressourcen angelegt werden können (e.g. <x:Array Type=“system:DateTime“ x:Key=“TimeSelections“> und darin <system:DateTime>00:00</system:DateTime> et al).

Happy Coding

Jochen