DVB.NET 4.0 Konzepte: Abstraktion der ‚PID‘-Filter

Bedingt durch seine Historie verbinden bisherige DVB.NET Versionen einen Verbraucher eines Teildatenstroms (Bild, Ton, Steuerdaten, Videotext, … – eindeutig spezifiziert durch eine Datenstromkennung PID) immer direkt mit den von den Hardwareabstraktionen angebotenen Filtern. Das hat einige eigenartige Effekte und ich möchte hier einen Aspekt kurz erläutern: außerhalb des halbstündigen Regionalfensters empfängt man auf WDR Bonn identisch das gleiche wie auf WDR Aachen. Technisch ist das so realisiert, dass beide Sender identische PID Kennungen für Bild und Ton melden. Wenn man in DVB.NET nun eine Aufzeichnung auf WDR Bonn starten würde, so wird ganz normal das gewünschte Ergebnis erzeugt. Wenn dann allerdings gleichzeitig eine Aufzeichnung auf WDR Aachen aktiviert wird, werden die notwendigen PID Kennungen neu angemeldet. Mit dem Effekt, dass die Bonn Aufzeichnung keine neuen Daten mehr erhält, sondern nur noch die Aachener. Noch häßlicher wird es, wenn man Bonn dann stoppt: nun werden die Filter abgemeldet und Aachen bekommt keine Daten mehr.

Sehr unbefriedigend! DVB.NET wird ab Version 3.9 die Konzepte strikt trennen. Es können pro Datenstromkennung (PID) beliebig viele Verbraucher angemeldet sein, die alle individiuell aktiviert oder deaktiviert werden können. Ein Filter der Hardwareabstraktion wird aktiviert, sobald mindestens ein Verbraucher aktiv ist. Er wird deaktiviert, wenn der letzte aktive Verbraucher deaktiviert oder abgemeldet wird (oder die Quellgruppe (früher Transponder genannt) gewechselt wird).

Mag sich wie ein Detail anhören, ist aber im Hinblick auf einige Probleme in der Vergangenheit ein wichtiger Schritt.

Bis bald

Jochen